#AFD-#NRW: SITZT AB SEPTEMBER EIN „DEMOKRATISCHER #FREISLER“ FÜR DIE #PARTEI IM DEUTSCHEN #BUNDESTAG? – ODER ZIEHT DER #BUNDESVORSTAND DIE NOTBREMSE?

Die vergangenen Tage tobte bereits die Gerüchteküche und im medialen Blätterwald gab es ein unüberhörbares Rauschen: Es wurde unter Journalisten kolportiert, dass angeblich ein Funktionär des NRW-Landesvorstands, der auf einem aussichtsreichen Platz der Bundesliste steht, offenbar einem irrlichtartigen politischen Kompass folgt. Denn dieser Funktionär – so die hartnäckigen Gerüchte – sähe sich gewissermaßen in der (persönlichen) Nachfolge der NSDAP (auch Abakus News hatte berichtet: https://abakusdotnews.wordpress.com/2021/07/09/afd-nrw-causa-helferich-beschaftigt-bundesvorstand-droht-ggf-sogar-ein-parteiverbot/). Und dieser Parteivertreter, Matthias Helferich, stellvertretender Landessprecher in NRW, sieht sich selbst persönlich scheinbar gerne – wie der WDR gestern exklusiv berichtet hatte (Video-Beitrag s.u., https://www1.wdr.de/nachrichten/chat-aussagen-afd-landesvize-helferich-100.html) – in der Person des nationalsozialistischen Willkür-Richters Roland Freisler, der für zahlreiche NS-Schauprozesse und viele Todesurteile verantwortlich war – nur eben als „demokratischer Freissler“? Wie bitte?

Nimmt man als konservativ-patriotischer Wähler jetzt an, es handle sich bei Helferich um einen kahlgeschorenen, am ganzen Körper tätowierten „Stiernacken“, der mit Springerstiefeln und einem Pappbecher Bier in der Hand angetrunken und proletend herumläuft, so täuscht man sich: Die Äußerungen stammen von einem akkurat gescheitelten, stets adrett gekleideten „Jung-Juristen“ mit Staatsexamen (!), der sich – offenbar mit zahlreichen „Gleichgesinnten“ – in der AfD NRW und insbesondere der „Nachwuchsorganisation“ Junge Alternative (JA) bequem eingenistet hat. Und er ist nicht nur Mitglied oder Funktionär, sondern scheint sein abstoßendes Gedankengut bereits seit geraumer Zeit auf kommunaler Ebene im Dortmunder Stadtrat sowie in der NRW-Landtagsfraktion zu verteilen. Und gerade in der JA NRW, in der es offenbar mehrheitlich zum guten Ton gehört, sich ganz selbstverständlich mit den Aussagen Helferichs gemein zu machen, folgen offenbar immer mehr intellektuell einfach gestrickte, rückwärtsgewandte „Geister“ diesem zweifelhaften „Vorbild“: Der „demokratische Freisler“ war der JA NRW-Wunschkandidat für den Deutschen Bundestag.

Interessanter als die eigentlichen NoGo-Kommentare des „Jung-Juristen“ Helferich sind die diversen reflexartigen Reaktionen mancher ebenfalls im Gestern verhafteten „Parteifreunde“ in diversen Chatgruppen: Da wird relativiert, verniedlicht, das Ganze als „Jugendsünde“ abgetan. Manche halten diese Aussagen von Helferich sogar für „patriotisch“. Unfassbar! Einige Kommentare bergen im Gegenteil ggf. sogar verfassungsfeindliches Potential. Die JA-NRW veröffentlicht sogar bockig unmittelbar nach den Enthüllungen des WDR eine öffentliche Stellungnahme, in der sie Helferich ausdrücklich in Schutz nimmt, „Solidarität“ einfordert und die „Bösen“ in der eigenen Partei geisselt, die dessen Entgleisungen „durchgestochen“ haben. Das wäre ungefähr vergleichbar damit, wenn ein Täter durch einen Zeugenbeleg seiner Tat überführt wird und man daraufhin auf den Zeugen eindrischt, ohne sich auch nur ansatzweise mit der Tat und der Schuld des Täters zu beschäftigen. Aber das ist typisch für diese obskure JA NRW-Gruppierung. Die Partei sollte sich ernsthaft überlegen, ob sie sich einen derartig belastenden „Nachwuchs“ weiterhin leisten will. Es könnte die AfD schnell selbst in die Tiefe reissen.

Für anständige, patriotisch-(national)konservative Wähler und Politiker kann es nur eine richtige Reaktion auf derartiges Gedankengut geben: Eine größtmögliche Distanz zu den Helferich-Aussagen und der damit zutage tretenden Gesinnung. Es muss für jeden sofort eingängig sein, dass jedwede Verwendung der NS-Zeit sowie eine vermeintliche Glorifizierung von „Persönlichkeiten“ aus dieser Zeit nicht nur – gelinde gesagt – unklug ist, sondern politisch einem Selbstmord gleicht. Denn egal, in welchem Umfeld, zu welchem Anlass oder Gelegenheit Helferich sich derart eingelassen hat: Solche Gesinnungen entsprechen exakt dem seit Jahren systematisch medial aufgebautem Narrativ der Links-Rot-Grünen und der Antifa. Bislang wurde der linke Kampfbegriff „Nazi“ nur pauschal und inflationär im Kontext AfD beliebig verwendet. Gewissermaßen als mittlerweile unsinniges, diffamierendes „Totschlagargument“. Mit Helferich bekommt dieses Narrativ ein konkretes , gewissermaßen bekennendes Gesicht – und damit erhalten die Linken einen konkreten Beleg. Alle Mitglieder geraten damit in Kollektivhaftung – und zwar begründbar. Und welcher Wähler – bis auf den „harten“ Kern in der Partei, NPD-Unterstützer oder Freunde des „Dritten Weges“ – will denn einen „demokratischen Freisler“, also einen potentiellen Verfassungsfeind, im Deutschen Bundestag sitzen sehen? Man stelle sich nur vor, Helferich würde zum Auschwitz-Gedenktag eine flammende, typische „Freisler-Rede“ für die AfD mit entsprechendem NS-Habitus und Pathos im Deutschen Bundestag halten! Eine Gefahr für die Demokratie!

Am heutigen Montag berät der AfD-Bundesvorstand also über die „Causa Helferich“ – und wie bereits von Abakus News in o.g. Artikel geschrieben, kann es in dieser Angelegenheit nur eine Entscheidung geben: Sofortiger Entzug der Mitgliederrechte, Parteiausschluss und Streichung von der Bundesliste. Letzteres dürfte allerdings an rechtlichen Bestimmungen scheitern. Man wird sehen, ob die Parteiführung konsequent handelt. Nur so schützt sie die vielen anständigen Parteimitglieder und Funktionäre. Und rettet nach dem Motto „besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“ auch den laufenden Wahlkampf. Und schützt vor allem auch die Wahlkämpfer!

Die „Causa Helferich“ ist aber vor allem auch eine „Causa Lucassen“: Abakus News liegt eine Email aus dem Januar 2021 vor, in der ein Verfasser den Landessprecher Lucassen vor einer weiteren Protegierung von Helferich ausdrücklich warnte. Es ist in der Email u.a. die Rede davon, dass bei der Staatsanwaltschaft „in der Personalie Helferich diverse abgeurteilte Akten wegen Körperverletzung, Volksverhetzung und wegen Verwendung Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (§86a StGB)“ vorlägen. Lucassen wird darauf hingewiesen, diese Sachverhalte im „Zentralen Staatsanwaltschaftlichen Verfahrensregister“ nachzuprüfen. Der Verfasser fordert Lucassen zudem auf: „Kümmern Sie sich vorher(!) darum. Im Nachhinein sagen, man habe von nichts gewusst ist jetzt nicht mehr möglich“. Ob es sich hierbei um Tatsachen handelt oder nicht, muss an entsprechender Stelle geprüft werden. Tatsache ist, dass Lucassen – und so soll es auch bei den Chats gewesen sein – bereits im Januar 2021 – also deutlich vor den Wahlversammlungen – von möglichen „Problemen“ Helferichs offenbar wusste und diesen hätte nachgehen können bzw. müssen, bevor es zum aktuellen Schaden in der Partei gekommen wäre.

Lucassen hat diese für die AfD elementaren Hinweise hinsichtlich seines „Schlagmanns“ Helferich nach unserem aktuellem Kenntnisstand weder innerhalb des NRW-Landesvorstands bereits im Januar 2021 angesprochen noch an andere Mitglieder der Parteiführung weitergegeben noch schien ihm eine Überprüfung sinnvoll. Aus Eigennutz? Oder wusste er bereits bescheid? Und deckte Helferich bewusst? Ebenso verweigert der Landessprecher Lucassen aktuell seinen (gewählten!) Kollegen im NRW-Landesvorstand Einblick in die Unterlagen, die nunmehr der WDR veröffentlichte. Unglaublich!

Die „Causa Helferich“ ist somit insbesondere auch eine „Causa Lucassen“ – denn dieser ist offenbar sein „Bruder im Geiste“ und schaufelt unbeirrt weitere „ideologische Problemfälle“ (30 Euro-Zahler) in die Partei. Während er tatsächliche Patrioten und langjährig verdienstvolle Mitglieder sowie Funktionäre in NRW aus der Partei mit fragwürdigen Mitteln ausschliesst. Beabsichtigt Lucassen etwa, mit seinem Landesverband selbst in die Fussstapfen einer Art „Nachfolge-NSDAP“ zu treten? Will er die JA NRW zur „(schein-)demokratischen IB“ machen? Entsprechende Protagonisten tummeln sich bereits – wie zuletzt mit Helferich im Rhein-Sieg-Kreis – munter unter AfD-Logo im Wahlkampf und sollen dem Vernehmen nach über AfD-Mittel – etwa in der Landtagsfraktion – ggf. schon auskömmlich finanziert werden. Ob der Bundesvorstand das ebenfalls befürwortet? Existiert doch eigentlich eine „Unvereinbarkeitsliste“ in der Partei, die Lucassen und Helferich offenbar nicht die Bohne interessieren.

Und ob der Bundesvorstand heute die strategische Weitsicht besitzt und auch in der Angelegenheit hinsichtlich Lucassen konsequent handelt?

WDR-Beitrag (Aktuelle Stunde vom 11.07.2021)